Selma Lagerlöf
erste literatur-nobelpreisträgerin
Show pride and fly away!
Ellinor Amini 2021
Collage und Acryl auf Leinwand
50 x 70 cm
Foto: Fabio Smitka
Collage und Acryl auf Leinwand
50 x 70 cm
Foto: Fabio Smitka
Selma Lagerlöf
von Leonie Winter
von Leonie Winter
Show pride and fly away
Smoking cigarettes outside
Looking up the sky and seeing the birds
“What would be the best thing happening to you?”,
I ask thoughtfully.
Flying away
“I would …”, you say, following my gaze
“go away and live the life I always wanted,
Kissing the girl, the boy I want,
Not giving a damn about my parents
Or my neighbours
Or anyone else.”
Selma Lagerlöf Biografie
von Ellinor Amini
Selma Lagerlöf (1858–1940) wurde auf dem elterlichen Gut Mårbacka in Schweden geboren und war eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen Schwedens. Sie war die erste Frau, die den Nobelpreis für Literatur (1909) erhielt, und prägte die skandinavische Literatur durch ihre Märchen, Erzählungen und Romane, darunter Nils Holgerssons wunderbare Reise durch Schweden. Lagerlöfs Werke zeichnen sich durch eine Verbindung von Realismus, Mythos und Moral aus, oft mit Bezug auf schwedische Landschaften und Volkstraditionen.
Lagerlöf wuchs auf dem Gut Mårbacka auf, absolvierte die Lehrerinnenausbildung in Stockholm und erlebte die weibliche Bildungsreform Schwedens und den langsamen Zugang von Frauen zu akademischen und öffentlichen Rollen mit. Sie arbeitete zunächst als Lehrerin, bevor sie sich vollständig dem Schreiben widmete. Ihre Karriere war geprägt von literarischen Erfolgen, Reisen und öffentlichen Lesungen, die ihr internationale Anerkennung einbrachten, Engagement für soziale Fragen, etwa Bildung und Gleichberechtigung von Frauen und ihrer Beziehungen zu Frauen. Selma Lagerlöf hatte bedeutende emotionale und romantische Bindungen zu Frauen, die in zeitgenössischen Briefen und Tagebüchern dokumentiert sind.
Ihre queeren Beziehungen wurden zu ihren Lebzeiten nur teilweise öffentlich thematisiert, da gleichgeschlechtliche Partner*innenschaften in Schweden gesellschaftlich tabuisiert waren. Ihre Bindungen blieben überwiegend im privaten und literarischen Kontext sichtbar, beeinflussten aber ihr Schreiben, insbesondere ihre Darstellung von intimen Freundschaften, weiblicher Solidarität und emotionaler Nähe.
Ihr literarisches Erbe umfasst Romane, Märchen und Essays, die mythische, soziale und psychologische Aspekte des Menschlichen verbinden. Gleichzeitig gilt sie heute auch als wichtige historische Figur für queere Literaturgeschichte, da sie trotz gesellschaftlicher Restriktionen emotionale Bindungen zwischen Frauen offen lebte und in ihrer Arbeit reflektierte.
Selma Lagerlöf HEUTE
Ihr Aufstieg zur ersten Literatur-Nobelpreisträgerin (1909) war bemerkenswert, da die Literaturwelt stark männlich dominiert war. Gleichzeitig zeigt ihre Biografie, dass geschlechtsspezifische Barrieren weibliche Autorinnenschaft strukturell begrenzten.
Sie kombinierte in ihren Texten Realismus, Folklore und Moral auf einzigartige Art und Weise. Themen wie soziale Ungleichheit, Gerechtigkeit, Schuld und Erlösung portraitierte sie oft vor dem Hintergrund schwedischer Landschaften. Sie nutzte Erzählstrategien, die mythische und symbolische Elemente mit zugänglicher Sprache verbanden, um ein breites Publikum zu erreichen.
Ihr Werk kann als Teil einer nationalen Identitätsbildung Schwedens gelesen werden, die romantisierte Heimatbilder vermittelt. Gleichzeitig wird diskutiert, dass sie bestimmte soziale und politische Spannungen nur begrenzt reflektierte, etwa koloniale oder kapitalistische Strukturen, die indirekt in ihren moralischen Erzählungen anklingen.
Ihr Werk kann als Teil einer nationalen Identitätsbildung Schwedens gelesen werden, die romantisierte Heimatbilder vermittelt. Gleichzeitig wird diskutiert, dass sie bestimmte soziale und politische Spannungen nur begrenzt reflektierte, etwa koloniale oder kapitalistische Strukturen, die indirekt in ihren moralischen Erzählungen anklingen.
Selma Lagerlöf engagierte sich zeitweise für Frauenrechte, Bildung und soziale Reformen, blieb aber in politischer Hinsicht eher konservativ. Ihr Erfolg beruhte auf gesellschaftlicher Anerkennung bürgerlicher Werte, literarischer Popularität und staatlicher Förderung. Trotzdem wirft ihr Werk Fragen nach weiblicher Autorinnenschaft, Sichtbarkeit und kulturellem Kanon auf, da sie als Frau in einem männlich dominierten Literaturbetrieb agierte.
Selma Lagerlöf ging im Laufe ihres Lebens mehrere gleichgeschlechtliche Beziehungen ein, teilweise sogar mit zwei Frauen gleichzeitig. Solche Beziehungen wurden in der Zeit gesellschaftlich marginalisiert und blieben meist privat, doch ihre Werke spiegeln subtile Formen weiblicher Solidarität und Intimität wider.
Obwohl sie heute als Klassiker der skandinavischen Literatur gilt, blendeten historische Lektüren oft ihre queeren Beziehungen und geschlechtsspezifischen Strategien der Selbstermächtigung aus. Moderne Rezeptionen betonen zunehmend, dass ihre Biografie und ihr Werk Geschlechternormen, intellektuelle Autonomie und literarische Innovation auf komplexe Weise verbinden.
Quellen
Nobel Prize – Selma Lagerlöf Biography
https://www.nobelprize.org/prizes/literature/1909/lagerlof/biographical/
https://www.nobelprize.org/prizes/literature/1909/lagerlof/biographical/
Swedish Academy – Selma Lagerlöf
https://www.svenskaakademien.se/en/the-academy/members/selma-lagerlof
https://www.svenskaakademien.se/en/the-academy/members/selma-lagerlof
Encyclopaedia Britannica – Selma Lagerlöf
https://www.britannica.com/biography/Selma-Lagerlof
https://www.britannica.com/biography/Selma-Lagerlof
FemBio Selma Lagerlöf
https://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/selma-lagerloef/
https://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/selma-lagerloef/